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Swinemünder Maler ist dem Reiz der Ikonen verfallen
Tadeusz Zielinski malt in einem alten Bunker auf gesammeltem Treibholz kunstvolle Heiligenbilder

     Swinemünde (ak/gb). Abseits vom Trubel der Stadt und nur wenige Schritte entfernt vom Gemäuer des alten Westforts lebt und arbeitet Tadeusz Zielinski eher unauffällig. Einen ehemaligen Militärbunker hat der in Krakow geborne Maler in mühsamer Arbeit zum gemütlichen Heim und Atelier sowie bvorzugten Ziel vieler Freunde und Besucher umfunktioniert. Wer sein Domizil zum ersten Mal betritt, ist überrascht, denn hinter den dicken militärischen Mauem finden sich Ikonen.

     Aus der Region Wroclaw ist Zielinski vor vier Jahren weggegangen und danach zufällig in Swinemünde gelandet, weil das Leben ihm seinerzeit arg mitspielte. "Der Blick auf die große Ostsee hat meine Sorgen etwas kleiner werden lassen. Ich wollte weg von den vielen Menschen. Jahrzehnte war der platz um den Bunker am Ufer der Swine tot, jetzt ist hier wieder Leben, Menschen kommen zu mir und für mich selbst habe ich hier einen wunderbaren Platz gefunden", schwärmt der Künstler.

     Der immer ein wenig nachdenklich wirkende Meister hat gezeichnet, Bildhauerei betrieben sowie Keramik - und Stuckarbeiten geschaffen. Doch seit er zum ersten Mal eine Ikone näher betrachtete, war er davon begeistert. Die Ikonenmalerei ist für ihn seitdem zu einer Liebe geworden, der er offensichtlich für immer verfallen ist. Er nennt es einzigartige und geheimnisvolle Ausstrahlung, die diese sakralen Kunstwerke auf ihn ausüben. Tadeusz Zielinski ist in Polen nicht der einzige Vertreter die ser Kunstrichtung. Doch der einfühlsame, selbstbewusste Maler erreichte mit seiner alten und nur wenigen bekannten Maltechnik eine solche künstleriche Vollkommenheit, das er sich auf diesem Gebiet als konkurrenzlos betrachtet. In seiner Darstellung von Heiligen, Bibelszenen und liturgischen Symbolen sieht er die Verknüpfung zwischen byzantinscher und östicher chrishöchste Anerkennung der Kirchen, auch in Deutschland. Als einziger Maler Polens genießt Zielinski zudem das von der griechisch-orthodoxen Kirche zuerkannte Privileg, Ikonen malen zu dürfen.

     Die Zielinskis Ikonen betrachtet, spürt, dass sie leben, eine Seele haben. "Ikonen kann man nicht einfach so malen",sagt der Künstler selbst über seine Werke. Und dazu gehöre auch das Material, auf dem er male. Häufig trifft man ihn deshalb am Strand auf der Holz. Diese Hölzer hätten ja schon ihre eigene Geschichte, erklärt er würde sie mit seiner Arbeit weiter bereichem.

     Für Tadeusz Zielinski ist diese Arbeit indes kein Selbstzweck. Er lebt davon, mag die Trennung von manchem selbst geschaffenen Heiligenbild auch noch so schwer fallen. Die Liebhaber seiner Ikonen kommen aus Polen, häufig aber auch aus Deutschland. Es sind vor allem Privatpersonen, die diese Kunst außerordentlich schätzen.

     (Bei Tadeusz Zielinski in der Swinemünder ul.Jachtowa Nr.4 sind Besucher, die sich für seine Meisterstücke interessieren, jederzeit willkommen).

Tekst und Foto: G. Buchheiser
AK - DER ANZEIGENKURIER - Oktober 2004
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